Sonntag, 2. Dezember 2018

Nun ist schon wieder die Zeit des Abschiednehmens gekommen. Es ist unglaublich, wie schnell die Zeit hier verfliegt und mit wie vielen Eindrücken und Erlebnissen wir das Land wieder verlassen.
Wir sind ganz glücklich, trotz aller Widrigkeiten, unser diesjähriges Ziel erreicht zu haben.
Drei unserer Einrichtungen laufen so gut, dass wir richtig stolz auf unsere Lehrer/innen sind, die ja alle auch aus den Townships stammen. Leider mussten wir uns von einer Lehrerin verabschieden, die unsere Frühförderung nicht umsetzen konnte. Dafür haben wir eine neue Lehrerin gefunden, die von einer inzwischen langjährigen Lehrerin anleitet wird.
Noluvuyu, eine unserer neuen Lehrerinnen
JA, ihr lest richtig, inzwischen können wir teilweise unsere Weiterbildung schon in erfahrene Hände abgeben!!! Ehrlich gesagt, darüber sind wir besonders stolz, und das ist es, was wir uns für die Zukunft wünschen:Unsere Lehrer/innen geben die Erfahrungen der Frühförderung weiter.😃

Eine weitere Lehrerin wird unser Team ab Januar bereichern und mit Thuli zusammen im Kindergarten Noluthando unsere Projekte unterstützen und so ebenfalls in die Arbeit mit den KLEINSTEN hineinwachsen.

Für die 3-6j. Kinder, die Kinder unserer Patenfamilien, die inzwischen größer geworden sind, haben wir  Petra, eine deutsche Lehrerin gefunden, die mit einem speziellen Englischlernprogramm den Kindern den Zugang der englischen Sprache erleichtert. Unsere zwei Lehrerinnen lernen von ihr, dieses Programm zu wiederholen und später selbständig durchzuführen. Auch hier hoffen wir auf ganz viel Nachhaltigkeit.

Unsere Patenkinder gedeihen in der Regel prächtig und man sieht an ihrem ganzen aufgewecktem Verhalten, dass sie sich erfreulich gut entwickelt haben. Leider gibt es immer wieder Eltern, die ihre Kinder unregelmäßig oder gar nicht schicken, sodass wir strikte Regeln setzen müssen.

Wir konnten in einem Kindergarten einige Anschaffungen tätigen, die das Arbeiten dort erleichtern werden und den Kindern viele Bewegungsmöglichkeiten bietet.
Dank einer Düsseldorfer Grundschule, die auch dieses Jahr einen Spendenlauf u.a. für unseren Verein getätigt hat, haben die Kinder jetzt ein großes TRAMPOLIN !!!!!!

Wir freuen uns sehr und sagen  allen Kindern DANKE.
Dazu gab es eine neue Trennwand und Regale, die dringend benötigt wurden.

Alle unsere Kinder, es sind nun 150 an der Zahl haben wir zudem Weihnachtsgeschenke machen können und wurden mit strahlenden Kinderaugen belohnt. Am 30. Nov. haben alle Einrichtungen gefeiert, etwas früh, aber die großen Ferien warten, und die Eltern fahren fast alle zu ihren Familien zu ihrer alten Heimat (z.B. Easterncape oder andere afrikanische Länder).

Vor der Feier ist die Spannung groß.

glückliche Kinderaugen im Flowercreche, unserem Minikindergarten

so ein kuscheliges Geschenk gibt Shalom nicht mehr her


Ja, ein reiches Jahr ist vorübergegangen und dank der vielen großzügigen Hilfen von Euch, Ihr lieben Menschen, haben wir sehr viel erreicht und in die Wege geleitet.
DANKE, DANKE, DANKE 😃😃😃😃😃😃😃😃😃😃😃😃😃😃😃

Samstag, 24. November 2018




Immer wieder hören wir, Angelika und ich, Gabriele, großes Staunen darüber, dass die Kinder-und Erwachsenenbilder, die ich versende, viele Menschen darstellen, die aus einer guten Mittelschicht zu kommen scheinen.
Auch wir sind immer wieder in großem Maße irritiert, wie sauber viele Kinder sind, wie viele Sachen sie zum Wechseln haben, wie hübsch die Kleidung ist und dass Mädchen und Frauen ständig neue Frisuren tragen.
Und dann sehen wir (selten können wir zu ihnen gehen, weil unerwünscht und zu gefährlich) ihre Hütten, ihre Kleidung, die sie zuhause tragen, sehen, dass bei Veranstaltungen von einigen Frauen, alle angenagten Essensreste der anderen mitgenommen werden, sehen Bedürftigkeit, wohin wir blicken.
Und dann hören wir: Aussehen steht vor Nahrung. Alles wird vom Munde abgespart, um in der Gesellschaft, da draußen, anerkannt zu werden. Wir sind mehr als erschrocken.
Da machen sich die Frauen fein, ziehen ihre schönsten Kleider an, die manchmal auch von der Nachbarin geliehen sind, ziehen die tollsten Schuhe, die beim Nachhause gehen wieder eingepackt werden, an, um mit den anderen mithalten zu können, denen es oft genauso geht.
Gern geben wir den Kindern Nahrung und Bildung, weil das Sachen sind, die UNS wichtig sind.

Unsere Erzieher stammen auch alle aus diesen Hütten und haben nicht gelernt, ein vernünftiges Ordnungssystem zu entwickeln. Da bin ich ja wirklich gespannt, was uns im Februar, wenn wir zurückkommen, erwartet.😒😒😒😒😒😒😒😒😒


Auf diesem Bett schlafen vier Personen, einen Schrank konnte ich nicht sehen, die Sachen häufen sich am unteren Ende,
 Ein alter Fernsehapparat, ein Staubsauger, ein wenig Spielzeug, alles bunt durcheinander.

Auf der Waschmaschine, die, so glaube ich, nicht funktionstüchtig ist, ein kleiner Zweiplattenherd, auf dem gekocht wird. Im Hintergrund ein Regalbrett mit Wanne etc. Die  runden Container, in denen hier große Mengen Hirse verkauft werden, dienen später anderen Zwecken.








Samstag, 17. November 2018

Die wundersame schneckengleiche Veränderung eines Creches im Township - eine Geschichte zum Üben vom "Bohren in dicken Brettern"

Begonnen hat alles mit dem Sammeln von großen Eiscontainern, die wir hier mit vielen Nachfragen in den Cafes und Restaurants bekommen können, übrigens sehr begehrte Aufbewahrungskästen, des- halb schwer zu kriegen.
Wir klebten unser Logo darauf und schrieben dazu, was in diesen Boxen für das Frühförderprogramm alles gesammelt werden sollte und konnte und brachten sehr viel Material selbst mit.
Nach zwei Monaten befand sich in den Boxen allerlei unterschiedliche Materialien und Müll. Aufräumen - Durcheinander, Aufräumen - Durcheinander, kaputt, weg, Aufräumen...... Das System ORDNUNG wurde und wird in diesem Kindergarten schwerstens umgesetzt.
Die Materialien werden mehr und mehr, denn die Idee des Programmes " CURIOUS KIDS - in NAPPIES" setzt sich, zu unserer größten Freude mit viel Engagement der Lehrer/innen durch.
Und auch die Unüberschaubarkeit der Materialien setzt sich mehr und mehr durch.😟
Nach einer großzügigen Spende entschlossen wir uns, mit dem Einverständnis der Leiterin, ihr Büro in ein Materiallager zu verwandeln.(Hier in Afrika ist das Holz für Möbel erstaunlich teuer, aber das Geld reichte!). Nun gibt es hier jede Menge Regale in unterschiedlichsten Höhen und Breiten und entsprechende Boxen, um alles verstauen zu können. Gute Arbeit beginnt zunächst mit Übersichtlichkeit!!!!
Ab Montag geht es los, mit allen Beteiligten ein gutes System zu schaffen: Beschriftungen, Sortierungen, Erreichbarkeiten. ( Uns schwebt vor: ein Griff, und Du hast alles, was Du zum Spielen, Basteln, Turnen, Lernen........... brauchst,😃 und es in Deutschland zu den basics gehört.) Und es muss viiiiel Schrott aussortiert werden. Spiele sind kaputt, Autos mit scharfen Kanten, Puppen ohne Köpfe, Bücher ohne Seiten......
Hat das "Dicke Bretter Bohren" nach diesem Punkt sein Ziel erreicht???😓😓😓😓😓😓😓😓😓 Wir sind gespannt, wie alles aussieht, wenn wir im Februar wiederkommen.








Freitag, 9. November 2018





Das Fenster


Heute eine Geschichte von vielen, die wir hier ständig erleben:

Eine unserer Familien lebt in ständiger Angst, da vor zwei Jahren versucht wurde, ihre Hütte abzufackeln, Es wurde mutwillig gezündelt. Sie bekamen ein neues Dach gesponsert, aber das zerbrochene Fenster wurde bis heute nicht repariert. Nachdem wir ihnen ein altes Handy gegeben und es mit ihnen gemeinsam einsatzbereit machten ( nur auf diesem Wege sind Kontakte problemloser möglich), wurde es am Tag darauf gestohlen. Da hat doch ein kleiner oder großer Dieb einfach durch das Fenster gegriffen und es geklaut; große Aufregung auf beiden Seiten!!!!!
Jetzt fühlt sich die Familie noch unsicherer.
Wir beschließen, das Fenster reparieren zu lassen und wenden uns an einen Mann, der eine solche Firma betreibt. Ulli, ein deutscher Restaurantbetreiber und einer Firma für Fenster und Türen, kommt einfach mit ins Township, misst das Fenster aus, erklärt uns, dass er das Glas sponsern wird, einfach sooo. Wir sind so überrascht, dass plötzlich alles so einfach ist: er kommt, misst aus, bestellt und baut ein neues, viel stabileres Fenster mit dickem Glas wieder ein, viel mehr, als er vorher versprochen hat.
Das war  St. Nikolaus oder St. Martin persönlich, der da mitgewirkt hat 💗

So geht es uns ständig, die Gefühle schlagen Purzelbaum, himmelhoch jauchzend - zu Tode betrübt.
Damit müssen wir zwei immer wieder umgehen lernen. Manchmal gelingt es schon!!!!!

Uli, der Handyman kommt sofort mit, misst aus und bestellt das Glas, wie wir es erwarten, aber dann wird es ja noch viiiel besser..
Es ist manchmal so einfach für mehr Sicherheit im Township zu sorgen und etwas Last mitzutragen oder zu abzunehmen.



Baden wie vor 70 Jahren bei uns, unser Mäuschen strahlt fast immer.

Die Menschen, die wir aus den Townships kennen ( unsere Patenfamilien ), verblüffen uns immer wieder mit ihrer Kraft, aufzustehen und weiterzumachen. Sie sind uns ein großes Vorbild. Jammern und Klagen und bei einer Katastrophe in Schwermut versinken, haben wir bei ihnen noch nicht erlebt. Dafür erleben wir aber großen Glauben an Gott. Wir wissen, dass es auch die Menschen gibt, viele, viele, die einfach nur in Drogen und Alkohol versinken. Wir sind stolz, dass unsere Pateneltern für ihre Zukunft kämpfen.
Und wieder folgt eine Woche, in der wir nicht wissen, was uns erwartet. Bisher haben wir VIEL erreicht, dass müssen wir uns immer wieder sagen.

Freitag, 2. November 2018

Die letzte Woche hat uns glauben lassen, jetzt wird endlich alles leichter, uns gelingt immer schneller  das, was wir uns vorgenommen haben.
Auf dem Plan stand, mit unserer Pastorin ärmste Familien zu finden und zu sponsern und...... eine neue interessierte Erzieherin für einen weiteren Kindergarten zu finden.
Nichts, aber auch so gut wie gar nichts, ist uns gelungen, in die Wege zu leiten.

  • drei Mütter mit ihren Kindern kamen zum Treffpunkt, den die Pastorin ausgesucht hatte, vier sollten kommen. Zwei hatten sich gut auf das Treffen mit einem kleinen schriftlichen Lebenslauf vorbereitet, bei der dritten kam die Oma, die Mutter hatte Wichtigeres zu tun.
  • von diesen drei Müttern kam am nächsten Tag eine, die sich im Kindergarten vorstellte. Also 75% Verlust.
  • dazu stellte sich an diesem Tag auch eine Erzieherin vor, die von der Pastorin empfohlen wurde, sehr nett, sehr engagiert auf den 1. und 2. Blick, denn sie kam am nächsten Tag für eine Hospitation mit in einen unserer Kindergärten und war gleich voll interessiert dabei - wie wir dachten. Beim erneuten Vorstellungsgespräch in der ihr zugedachten Einrichtung erschien sie weder, noch schickte sie eine Nachricht, noch war sie erreichbar. Das macht mürbe!!!!
  • Der Kindergarten, dem wir eine zusätzliche Erzieherin mit unserem "Curious Kids- in nappies-Programm sponsern wollten, war nicht registriert, so wie die meisten. So sind uns die Hände gebunden - ohne Registrierung keine Hilfe aus Deutschland möglich.
Jetzt heißt es für uns, ruhig durchzuatmen, am Wochenende neue Kräfte zu sammeln und Montag wieder mit neuem Mut und Ausdauer zu beginnen. UND UNS NICHT UNTERKRIEGEN ZU LASSEN.

Wie gut, dass wir die zwei besten Menschen unseres Netzwerkes, Ingrid (unsere Sponsorin für Annie) und Annie ( unsere Fachfrau für südafrikanische Kindergärten) haben, die uns aufrichten, Mut machen und die komplizierte Welt hier immer wieder erklären........

UND UNSERE SÜßEN KIDDYS und unser tolles "Lehrerteam". Hier noch das Bild unseres neuesten Patenkindes.

Brian, 2 1/2 Jahre mit seiner jungen, 20 j. Mutter, die auch schon ein zweites Kind im Babyalter hat.

Das Schicksal dieser Mutter hat uns sehr berührt: Ihre Mutter und zwei ihrer Geschwister wurden letztes Jahr in einem Supermarkt heimtückisch erschossen. Zurück blieben 5 weitere Kinder. Sie ist die älteste mit schon zwei eigenen Kindern. Letztes Jahr hat sie noch studiert. Nach der fürchterlichen Tragödie musste sie Geld verdienen, um zum Unterhalt der Restfamilie beizutragen.
Ihr wollen wir gern durch eine Vermittlung an eine Spenderin aus Deutschland helfen!!💓 

Samstag, 27. Oktober 2018

Heute schreibe ich Euch mit lichtdurchflutetem Herzen, weil in dieser Woche in unseren Projekten alles soooooo toll lief.
Ich habe einen langen Workshop, unter anderem mit einem neu entwickelten Bewegungsprogramm unseren vier "Teachern" vorgestellt. Das Programm, auf südafrikanische Möglichkeiten abgestimmt und übersetzt, bekam ich letztes Jahr von wundervollen Frauen des "Bildungswerkes Märkischer Kreis" gezeigt, dass ich nach meinem Belieben verändern durfte. Einige Wochen harter,eintöniger Arbeit in Deutschland lagen vor mir, und wenn hilfsbereite Freundinnen nicht ein wenig Zeit gespendet hätten, hätte ich das Programm wohl in die Ecke gepfeffert. So aber stellte ich es voller Stolz unseren "Teachern" und unserer Supervisorin "Annie" vor und bekam jede Menge Beifall. Sie verstanden sofort die Idee, den Aufbau und die Machbarkeit dieses Programms, und als Angelika und ich aus unserem "Zauberrucksack" jede Menge motivierende und für die Erzieher nie gesehene neue Materialien auspackten, war großer Enthusiasmus zu sehen und spüren. Das Programm hat sooo großen Aufforderungscharakter, dass ich glaube, dass es bald und effektiv angewandt wird, (Haltet uns die Daumen, dass ich mich nicht täusche.)
Dann zeigte Annie, wie effektvoll Kinderbücher vorgelesen werden, mit Stimmen, Bewegungen, Nachfragen in einer ruhigen, gespannten Atmosphäre, (bei uns daheim eine Selbstverständlichkeit).
Und alles, aber auch wirklich alles, was die Erzieher in der folgenden Woche zeigten, war gut geplant, interessant angeboten, zielgerecht und einfach nur toooooolllllllll.
Das liegt natürlich auch daran, dass sie durch ihre begonnene Lehrerausbildung viiiiel mehr input bekamen, als wir je hätten leisten können - dank Ingrid, der Sponsorin der Lehrerausbildungen.
So greift ein Rädchen ins nächste, und unsere Arbeit trägt in unseren Augen, richtig dicke Früchte 😆😆😆😆😆😆😆😆😆😆😆😆😆😆😆😆😆😆😆😆😆😆😆😆😆😆😆😆😆😆😆😆😆😆😆😆😆😆
Kinder experimentieren mit Sand und Flaschen in der Mütter-Kind - Gruppe
 



Khanya  beim Bauen mit neu angeschafften Legosteinen

Siza beim Klettern auf dem relativ neuem Spielplatz (gesponsert von einer belgischen Familie)

Unser Workshop in der Einrichtung, in der Sanele arbeitet mit Thuli, Tania, Chrissi Annie und mir.

Inathi und Sino versuchen zu schneiden, vor 1/2 Jahr noch eine Unmöglichkeit, Scheren sooo kleinen Kindern in die Hand zu geben.


Demi-Lee, Tania und Lithemba hören aufmerksam der Geschichte zu, und viele fast immer mit Rotznase. Das liegt an den schlimmen häuslichen Gegebenheiten. im Sommer brütend heiß, im Winter nasskalt und zugig.


Anothando ist fasziniert von den Tieren im Buch


Thuli, unsere Erzieherin in Noluthando entwickelt sich super. Sie hat selber sooo viel Freude an der Arbeit und ihrem Studium, dass sie richtig aufgeblüht ist.

Sinovuyo, unsere kleine Spielmaus kann andächtig zuhören. es ist ganz neu, dass sie still sitzen bleiben kann. Wir sind superstolz auf sie!!!!!

Curious Kids im Noluthando-Creche auf dem Spielplatz. Jeder Spielplatz ist umgeben von einem dicken Zaun und sorgt für die Sicherheit der Kinder, die im Township wenig gegeben ist.
Anovuyo ist in unserem Projekt schon seit zwei Jahren und macht Riesenentwicklungsschritte vorwärts.
Sie ist noch im Kritzelalter, hält aber seit Neuestem den Stift richtig!!!!!!!

Ihr merkt, ich kann gar nicht aufhören, von unseren tollen Kids und unserer Arbeit zu berichten. Ein halbes Jahr waren wir nicht bei Ihnen und solch großen Fortschritte.

Sonntag, 21. Oktober 2018

Nachdem wir nun schon wieder zwei Wochen in diesem Land voller Gegensätze sind, empfinden wir eine größere Anspannung zwischen schwarz und weiß, zwischen oben und unten, die wir in unserem kleinen Houtbay vorher soo nicht gespürt haben.
Die Wirtschaftslage aller in Südafrika lebenden Menschen hat sich verschlechtert, viel mehr Menschen sind arbeitslos. Das verstärkt die Unruhen in der schwarzen Bevölkerung, es gibt mehr Aufstände, Kriminalität, Hoffnungslosigkeit. Größere europäische Firmen ziehen sich zurück, weiße Südafrikaner verlassen verstärkt das Land - dadurch gibt es noch weniger Angebote von Kleinstarbeitsplätzen. Auch unser Vermieter, Schreiner von Beruf, hat immer weniger Aufträge und verzweifelt fast.

Im zweiten Township "Hangberg" hat es diesmal schrecklich gebrannt, Vier Menschen sind gestorben, darunter ein kleines Kind. Eine unserer Lehrerinnen, "Chrissi", hat Ihre ganze Hütte mitsamt allen ihren Sachen verloren. Der Staat beteiligt sich NICHT am Wiederaufbau.
Wir sind entsetzt und verzweifelt, dass soooo viel hier passiert. Chrissi ist eine alleinstehende Frau mit zwei schulpflichtigen Kindern und lebt lediglich von dem kleinen Halbtagseinkommen unseres Vereins.


Das verbrannte Gebiet ist kleiner, aber die coloured - Menschen, die hier leben sind viiiiel ärmlicher als im Township Mandela Park.

Nächstes Mal wieder mehr von unserer erfolgreichen Arbeit.